Eine Auswahl unserer Projekte. Repräsentativ in vieler Hinsicht.

"Wer nichts tut, macht mit" – Kampagne für mehr Zivilcourage

Die Kampagne wird seit 2000 von der rheinland-pfälzischen Polizei und deren Kooperationspartnern nahezu jährlich umgesetzt. Ziel ist es, Zivilcourage in der Gesellschaft dauerhaft zu verankern und somit dem Wegschauen entgegen zu wirken. Und dies auf verlässlicher Grundlage: Jede Bürgerin und jeder Bürger soll wissen, wie man angemessen reagiert, falls ein Mitmensch in eine Notlage gerät oder Opfer einer Straftat wird, ohne dass man sich selbst gefährdet.  
Besonders positiv wirkt sich die Vielfalt der Umsetzungsmöglichkeiten aus. Die unterschiedlichsten Zielgruppen lassen sich durch auf sie  zugeschnittene Projekte erreichen: der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Begleitend zu der Kampagne lobt der Minister des Innern und für Sport jährlich den Preis für Zivilcourage aus. Ausgezeichnet werden Personen, die sich in einer Notlage in besonderer Weise für Opfer von Kriminalität eingesetzt haben.

Ausbildung von ZivilcouragetrainerInnen

Das Angebot dient dazu, für die Voraussetzungen und konkreten Möglichkeiten der Zivilcourage im Alltag zu sensibilisieren und das eigene Verhaltensrepertoire entsprechend zu erweitern. Ausgehend von der Tatsache, dass Diskriminierung als Alltagsrealität nicht erst mit dem Angriff auf Leib und Leben beginnt, werden im Training statt Kampftechniken gegen Gewalttäter/innen Verhaltensweisen erlernt und Persönlichkeitseigenschaften gefördert, die die Entstehung und Eskalation von Gewalt und Diskriminierung verhindern können. Der Blick für alltägliche Diskriminierung wird geschärft, das Vertrauen auf die eigene Wahrnehmung und das Einstehen für die eigene Meinung werden ebenso reflektiert wie Mut, innere Ruhe und das Erkennen eigener Grenzen als Grundlage für überlegtes Handeln. Darüber hinaus lernen die Teilnehmer/innen, wie man Helfer/innen alarmiert und welche Handlungsmöglichkeiten sich aus spontanen Gruppenbildungen ergeben.

Vorbild sein. Gegen Alkoholmissbrauch. Für die Jugend.

Die landesweite Kampagne „Vorbild sein. Gegen Alkoholmissbrauch. Für die Jugend." fokussiert das Verhalten der Erwachsenen und deren Vorbildfunktion. Vorbilder werden nachgeahmt daher gilt es, das Verantwortungsbewusstsein von Vorbildern (Eltern, Lehrern, Trainern und Ehrenamtlichen, z. B. Betreuer von Jugendgruppen oder in Vereinen und Institutionen) zu wecken und zu stärken. Eingesetzt wird die Kampagne insbesondere für die Aufklärungsarbeit auf Wein- und Volksfesten. Vor Ort verteilt ein geschultes Team in Kooperation mit der jeweiligen Kommune und der Polizei Infomaterialen und Werbemittel an die Zielgruppen und informiert über die Inhalte der Kampagne.
Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei, die mit Schülern, Lehrern, Eltern, Festveranstaltern, Kommunen und den kriminalpräventiven Gremien im Gespräch sind und Aufklärungsarbeit in Sachen Alkoholmissbrauch leisten, wurde eigens eine interaktive DVD erstellt. Diese enthält neben Fakten rund um das Thema Alkohol bewegende Fotos und Videoclips, die auf spielerische, dennoch drastische Weise über den Umgang mit Alkohol aufklären. Zu Wort kommen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer, die über ihre ganz persönlichen Alkoholerfahrungen und die vielfältigen Gefahren sprechen. Die Datensammlung ermöglicht es, einen Vortrag ohne großen Rechercheaufwand vor unterschiedlichen Zielgruppen zu halten.

"BOB" – Projekt zur Reduzierung von Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss

Ein sehr erfolgreich umgesetztes Projekt, das sich an Besucher von Gastronomiebetrieben sowie von Vereins- und Clubfeten wendet. Hierbei werden Gruppen dazu motiviert, eine Person aus ihrer Mitte – genannt BOB – auszuwählen. BOB verzichtet ganz auf den Konsum von alkoholischen Getränken und fährt die anderen sicher nach Hause. Neben der Übernahme von Verantwortung steht die Sensibilisierung von Fahrzeugführer sowie Mitfahrern hinsichtlich des Fahrens unter Alkoholeinfluss im Vordergrund. Langfristiges Projektziel ist es, Anzahl und Folgen von Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss zu verringern, insbesondere bei der als Unfallverursacher und -opfer im Fokus stehenden Hauptzielgruppe der 18- bis 24-Jährigen.

Willkommen in Rheinland-Pfalz 

Die von Fotokünstler Thomas Brenner, Kaiserslautern, konzipierte Kampagne "Willkommen in ..." gibt durch ästhetische Potraits Flüchtlingen und Asylsuchenden ein Gesicht. Die positive Resonanz der Bevölkerung in Kaiserslautern, in der das Projekt erstmalig umgesetzt wurde, gab den Anstoß, die Kampagne auf die anderen 4 rheinland-pfälzischen Oberzentren auszuweiten.

Die Kampagne besteht aus folgenden Elementen:

Plakataktion "Willkommen in ..."

Auf Plakaten werden real in den Städten ankommende Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft porträtiert. Eine Kurzinformation zu ihrer Person, ihrem Schicksal und dem Grund der Flucht wird mit den Worten "Willkommen in ..." ergänzt. Die Betrachter sollen so für die Situation der ankommenden Menschen sensibilisiert werden.

Plakataktion "Flüchtlinge Willkommen"

Gleichzeitig werden Plakate mit Persönlichkeiten aus der betreffenden Stadt, beispielsweise aus Kultur, Politik oder der Geschäftswelt, gestaltet. Das Statement "Flüchtlinge Willkommen" wird jeweils mit einer kurzen persönlichen Erklärung versehen, warum sich die Person an der Aktion beteiligt. Diese Plakate können dann zum Beispiel in Geschäften aufgehangen werden.

Postkarten "Willkommen in ..."

Die Plakatmotive mit den Flüchtlingen sind bei teilnehmenden Einrichtungen, Geschäften und Praxen der Stadt als Postkarte erhältlich. Diese Karten sind nicht Motiv allein, sondern sollen auch zur Kommunikation genutzt werden. Auf der Rückseite kann der Satz "Ich wünsche Ihnen ..." ganz individuell von Bürgerinnen und Bürgern vervollständigt und so eine Rückmeldung an die Geflüchteten ermöglicht werden werden. 

Für ein buntes Miteinander – Gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport

Auch im Sport gibt es neben „echten“ Fans solche mit extremistischem Hintergrund, die ein diskriminierendes Verhalten an den Tag legen. Politik, Vereine und Verbände haben dies stets als inakzeptabel verurteilt. Um frühzeitig möglichen negativen Entwicklungen in Rheinland-Pfalz entgegenzuwirken, wird durch die Aktion „Für ein buntes Miteinander“ Aufmerksamkeit für das Thema geschaffen, Aufklärungsarbeit geleistet und zu mehr Courage gegenüber rassistischen und diskriminierenden Aktivitäten und Parolen aufgefordert.

Auftakt der Aktion bildeten ligaübergreifende Aktionstage in sieben rheinland-pfälzischen Fußballstadien und diese begleitend Übungsleiterschulungen für Jugendtrainer. Besonders bedeutend für deren Erfolg waren die Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Fußballvereinen und den rheinland-pfälzischen Fußballverbänden.

Mit der Aktion wird verdeutlicht, dass jeder sich fremdenfeindlichen, rassistischen oder diskriminierenden Äußerungen, Zurschaustellungen oder Aktionen aktiv entgegenstellen kann. Und so den Versuchen, menschenverachtende, antidemokratische Einstellungen und Weltanschauungen in den Sport zu übertragen und die Strukturen des organisierten Sports für eigene Zwecke zu missbrauchen, entschieden begegnen kann.

Eine interaktive DVD dokumentiert umfangreich und informativ die zurückliegenden Aktionstage und demonstriert in anregender Form die zahlreichen Möglichkeiten, das Thema aufzuarbeiten. Wesentlicher Inhalt der DVD sind umfassende Informationen, zusammengestellt u.a. für die Aus- und Fortbildung von Übungsleitern. Das Spektrum reicht von Filmspots des DFB und der Bundesliga über Handlungsempfehlungen der Fußballverbände bis hin zu Informationen über Sonderprogramme gegen Rechtsextremismus. Darüber hinaus erhält man Tipps, was ein Verein oder auch Einzelne gegen Rassismus und Diskriminierung unternehmen können.

"Wir im Verein mit Dir" – Kooperationsprojekt für Mitgliedschaften in Sportvereinen

Das Kooperationsprojekt zwischen Grundschulen und Sportvereinen verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Klasse für eine Mitgliedschaft in einem Sportverein zu begeistern. Dazu stellen verschiedene Sportvereine im Einzugsbereich der jeweiligen Schule ihre vielfältigen Angebote vor. Hintergrund der Kooperation: Sport in der Gruppe oder im Verein übernimmt nicht nur eine zentrale Funktion in der Gesundheitserziehung, sondern vermittelt Anerkennung und soziale Kompetenzen und festigt auf diese Weise Abwehrkräfte von Kindern und Jugendlichen gegen Kriminalität.

SeniorensicherheitsberaterInnen – Initiative für mehr Sicherheit im Alter

Vertrauen älterer Menschen stärken und deren Wissen über Kriminalitätsverhütung erweitern: diesen Aufgaben stellt sich die Initiative „SicherheitsberaterInnen für Senioren“. Und fördert mit diesem Projekt die aktive Lebensgestaltung Seniorinnen und Senioren lernen, Kriminalitäts-Risiken realistisch einzuschätzen statt sich von ihnen lähmen zu lassen.
Ist die Ausbildung bei einem der fünf Polizeipräsidien des Landes abgeschlossen, helfen SicherheitsberaterInnen ihren älteren Mitbürgern/-innen dabei, das subjektive Sicherheitsgefühl zu verbessern. Dieses ist geringer ausgeprägt als bei jüngeren Menschen. Rein statistisch gesehen gibt es für die verbreitete Annahme, nach der ältere Menschen häufiger Opfer von Straftaten werden, keinen Beleg. Dennoch ist die Furcht vor Verbrechen im Allgemeinen bei Senioren besonders ausgeprägt.
Themen während der Ausbildung sind u.a. Organisation und Aufgaben der Polizei sowie Kriminalitätsentwicklung, Senioren als Opfer von Diebstahl, Raub und Wohnungseinbrüchen, Senioren im Straßenverkehr, Hinweise und Tipps zu Haustürgeschäften, Gewinnmitteilungen und Kaffeefahrten, Absicherung eines Hauses oder einer Wohnung, sicherer Geldverkehr und Opferhilfe am Beispiel des Weißen Rings.
SicherheitsberaterInnen für Senioren sollen zunächst als Bindeglied zwischen Polizei und Senioren fungieren. In erster Linie ist es daher ihre Aufgabe, Hemmschwellen, Ängste und Vorurteile älterer Menschen gegenüber der Polizei abzubauen. Darüber hinaus gilt es, ein Vertrauensverhältnis zur Polizei aufzubauen und Senioren/-innen darin zu bestärken, sich ruhig und ohne Angst an die Polizei zu wenden.

SicherheitsberaterInnen für Senioren geben ihr Wissen auf verschiedenen Wegen an ihre älteren Mitbürgern/-innen weiter: u.a. in Form von Vorträgen bei Altennachmittagen, im Rahmen von Clubtreffen oder auch während Einzelgesprächen in ihrem Wohnumfeld. Dies natürlich auf Basis ihres eigenen Problembewusstseins und daher auch immer in einer der Altersgruppe angemessenen Sprache.
Zur Förderung von Integration bildete das „Zentrum Polizeiliche Prävention (ZPP)" des Polizeipräsidiums Koblenz im September 2010 erstmals zehn SeniorensicherheitsberaterInnen mit Migrationshintergrund aus. Aufgrund der positiven Erfahrungen haben weitere Polizeipräsidien das Pilotprojekt übernommen.

Interkulturelle Kompetenz – Dialog zwischen muslimischen Organisationen und Sicherheitsbehörden

Im  Projekt „Interkulturelle Kompetenz Dialog zwischen muslimischen Organisationen und Sicherheitsbehörden“ werden Polizeibeamtinnen und -beamte geschult, einen vertrauensvollen Dialog mit muslimischen Organisationen und Kommunen zu führen und damit den Aufbau und den Ausbau von Kontakten zu Moscheevereinen zu intensivieren. Unterstützt werden Netzwerke , die die Integration fördern und den Dialog mit den muslimischen Verbänden verstärken. Eingebunden sind auch die in über 100 rheinland-pfälzischen Kommunen eingerichteten kriminalpräventiven Gremien. Diese bieten eine zusätzliche Möglichkeit, um mit muslimischen Organisationen ins Gespräch zu kommen, Vorbehalte ab- und Vertrauen aufzubauen.

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